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                                                                              Usinger Anzeiger   29.06.2016

Tempo 30 im gesamten Dorf ?

ORTSBEIRAT Arbeitsreiche Sitzung in Mauloff

 

MAULOFF – (cju). Eine arbeitsreiche erste Arbeitssitzung hat der Ortsbeirat im Weilroder Ortsteil Mauloff absolviert. Zunächst beschäftigte sich das Gremium mit den Projektanmeldungen für das kommende Haushaltsjahr. Da ging es um die Sanierung an der Trauerhalle auf dem Friedhof, wo das Pflaster erneuert werden soll. Am Aufgang bei der Trauerhalle soll ein Geländer hin und am Ehrenmal sind Mauer und Putz zu erneuern. Die Umgestaltung des Backes soll ins Dorferneuerungsprogramm und die Sanierung der Feuerwehrfahrzeughalle mitsamt Dorfgemeinschaftshaus ebenfalls; das würde an die 100 000 Euro kosten.

Der neue Anstrich für das Holzkreuz am Friedhof wurde aus der Mittelanmeldung herausgenommen; dies soll in Eigenregie erfolgen, wie Ortsvorsteher Norbert Göbel (FWG) mitteilte. Er regte an, dass sich der Ortsbeirat ein bis drei Mal im Jahr mit Mauloffer Bürgern zwecks Arbeitseinsätzen treffen sollte. Dies könnte nach Bedarf oder aber auch nach Jahreszeit geschehen. Neben dem Kreuz-Projekt am Friedhof stehen auch die Ortseingangsschilder auf der Agenda.

Vorschläge aus der Bevölkerung gab es für das Aufstellen der Sitzbänke und des Tisches, die schon seit geraumer Zeit beim Ortsvorsteher gelagert sind. Endgültig entschieden ist noch nichts. Auf jeden Fall solle es ein Platz sein, bei dem es auch Sinn mache und die Aussicht schön ist.

Der Ortsbeirat macht sich zudem für Tempo 30 im gesamten Ort stark. Es gebe Möglichkeiten dies umzusetzen, so Göbel. Die Gemeinde Weilrod müsse es anstoßen, dann könnten weitere Schritte erfolgen. Wichtig war den Besuchern auch das Thema Parken. Es werde kreuz und quer geparkt – dem müsse ein Ende bereitet werden. Da gerade viele der Dorfbewohner zu schnell unterwegs seien, mache Tempo 30 Sinn, war sich das Gremium einig.

Das geplante Seminarhaus im Heideweg ist Geschichte, konnte Göbel noch mitteilen. Nach den vielen Einwänden, die seitens der Betroffenen gekommen seien, habe der Antragsteller diesen zurückgezogen. Die Wasserstelle am Friedhof behält der Ortsbeirat „im Hinterkopf“. Zudem soll ein Brief an den Hochtaunuskreis in Sachen Tiefbaufirma Paulsen geschrieben werden. Hier gibt es Ärger mit den Nachbarn, weil die Firma ohne Erlaubnis Bauschutt auf dem Grundstück lagere. Eine Entspannung der Situation erhofft sich der Ortsbeirat, wenn die fragliche Firma nach Riedelbach umziehen werde. Bis dahin soll aber geklärt werden, wie die Rechtslage ist und ob der Ortsbeirat etwas tun kann.

 

 

Pkw-Aufbrüche in Mauloff

 

Im Weilroder Ortsteil Mauloff wurden in der Nacht zum Montag, möglicherweise im Zeitraum von 24:00 bis 01:00 Uhr, insgesamt drei PKW aufgebrochen.
Betroffen waren Fahrzeuge der Marken Volvo und Audi, die auf privaten Parkplätzen im Heideweg abgestellt waren. In allen Fällen wurden die Fahrzeuge auf unbekannte Art und Weise geöffnet. Anschließend entwendeten die Einbrecher unterschiedliche Wertgegenstände, wie z.B.
Bargeld, die von den Eigentümern in den Innenräumen zurückgelassen wurden. Es entstand ein Gesamtschaden in Höhe von ca. 500,- Euro. Die Taten stehen offensichtlich im Zusammenhang mit einem PKW-Diebstahl, der sich in der gleichen Nacht im Heideweg ereignete. Der Eigentümer eines Skoda hatte sein Fahrzeug am Sonntagabend, gegen 19:00 Uhr, auf dem Parkplatz vor seiner Wohnanschrift abgestellt. Am Montagmorgen, gegen 07:40 Uhr, stellte er den Diebstahl fest. An dem PKW waren die Kennzeichen „USI-MK 66“ angebracht. Der Skoda hatte einen Wert in Höhe von ca. 10.500,- Euro.

Die Kriminalpolizei Bad Homburg bittet Zeugen oder Hinweisgeber, die Angaben zu den Einbrüchen machen können, sich unter der Rufnummer
(06172) 120-0 zu melden.

 

 

 

 

 

 

 

Bericht der Taunuszeitung vom 01.12.2014

 

Tief im Taunus

 

Entlegen, hübsch, sehr alt: Das ist das Dörfchen Mauloff.

Es hat sogar eine Geschichte mit Mao Tse-tung.

 

Das Dörfchen Mauloff im Taunus war in den letzten Wochen immer wieder mit Negativschlagzeilen in der Presse. Getreu der volkstümlich-scherzhaften Ortsdevise „‘s Maul off!“ wurden lauthals Klagen artikuliert: über schlechtes Mobilfunknetz, fehlende ärztliche Versorgung, fehlende Einkaufsmöglichkeiten und schlechte Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr. Nun ist die Infrastruktur auf dem Land natürlich eine andere als in der Stadt; es wäre aber falsch, wenn man sich unsere Dörfer trist und traurig vorstellen würde. Deshalb hier eine kleine Ehrenrettung für Mauloff, eines der schönsten Taunusdörfer, das ich kenne.

Mauloff liegt in der wundervollen Landschaft rund um den Pferdskopf, im idyllischen Tal des Klirrbaches, der nach seiner Vereinigung mit dem Niedgesbach am Landstein in die Weil mündet. Trotz der abgeschiedenen Lage und den kargen Böden ist das Dorf schon sehr alt und tritt schon im 12. Jahrhundert ins Licht der Geschichte – unter dem melodiös-exotisch klingenden Namen „Mulefo“, aus dem später das derber klingende heutige „Mauloff“ wurde. Dass sich hier schon so früh ein Dorf bildete, hängt wahrscheinlich mit seiner Lage an der Kreuzung zweier wichtiger alter Straßen zusammen: der Rennstraße als Nord-Süd-Verbindung zwischen Main und Lahn und einer in Ost-West-Richtung laufenden Querverbindung zwischen Usingen und Idstein, der Vorgängerin der heutigen B 275. Mauloff bot also schon im Mittelalter gestressten Reisenden die Möglichkeit zu Stärkung und Erholung. Das gilt bis heute, am besten natürlich zu Fuß: Rund um Mauloff gibt es eine Reihe wunderschöner Wanderwege, und für die Einkehr bieten sich gleich zwei Gasthäuser an.

Mauloff selbst konnte sich bis heute einen reizvollen, geschlossenen alten Ortskern erhalten. Das ist nicht selbstverständlich, denn auch Mauloff erlebte nach 1945 eine Bevölkerungsexplosion und wuchs um das Zweieinhalbfache auf heute gut 330 Einwohner an. Der historische Mittelpunkt des Dorfes ist ein echtes Multifunktionsgebäude: die alte Kapelle, die später auch als Backhaus, als Schulhaus und schließlich als Wohnhaus genutzt wurde. Auch zwei schöne gusseiserne Brunnen, die früher ganz typisch für alle Taunusdörfer waren, haben sich hier erhalten.

Das malerische Mauloff also ist durchaus einen Ausflug wert. Das hat auch der in den 1970er Jahren nicht wenig beachtete Schriftsteller Ernst Herhaus so gesehen, dessen allerdings kaum bekannte Erzählung „Verzauberung“ der Literaturdetektiv Reinhard Pabst wiederentdeckt hat. Darin schickt Herhaus keinen geringeren als Mao Tse-tung auf einen grotesken Ausflug in den Taunus, der ihn schließlich nach Mauloff führt. Mao in Mauloff – das ist sicher die kurioseste literarische Verewigung, die ein Taunusort je gefunden haben dürfte.